30 Jahre Deutsche Einheit – Die persönliche Geschichte eines RSB Mitarbeiters

Ohne friedliche Revolution und den darauffolgenden Mauerfall von 1989 würde es RSB heute nicht geben. So ist unser Unternehmen durchaus ein Kind der Wiedervereinigung.
In Südthüringen unweit des ehemaligen Grenzverlaufs wurde RSB 1998 gegründet. Heute produzieren wir mit knapp 200 Mitarbeitern Komponenten für den Werkzeug- und Maschinenbau.

Für einen Mitarbeiter unseres Unternehmens spielt der 3. Oktober eine ganz besondere Rolle. Sein Schicksal ist eng verbunden mit dem Unrecht, das ihm und seiner Familie durch das DDR Regime zu Teil wurde.

Hubert Heß

Hubert Heß ist Mitarbeiter des RSB Brennschneidbetriebs.
Aufgewachsen ist er in den 60er Jahren auf einem Aussiedlerhof, nahe der Grenze zu Hessen im sogenannten Sperrgebiet der DDR.
Die Staatssicherheit sah in den abgelegenen Höfen Unterschlupfmöglichkeiten für Republikflüchtige und so wurde durch die Aktion „Ungeziefer“ die Zwangsumsiedlung der dort lebenden Familien beschlossen.

 

Im Dezember 1972 wurde der 7-jährige Hubert von der Stasi direkt in der Schule abgeholt und in eine Einrichtung außerhalb des Sperrgebiets gebracht. Er sah sein zu Hause nie wieder. Denn am gleichen Tag wurde die gesamte Familie zwangsausgesiedelt und danach der Hof durch Abriss dem Erdboden gleichgemacht

Der Kohlbachshof wurde 1418 das erste Mal urkundlich erwähnt. Wie lange er vorher bereits existierte, weiß niemand. Hier ein Foto aus dem Jahre 1933.

Grausam wütete die Staatssicherheit. Vom einstigen Kohlbachshof bleibt nur noch eine Grotte zum Andenken an die hofeigene Hauskapelle. Erst nach Grenzöffnung 1989 haben die Nachfahren des Kohlbachhofes die Möglichkeit, ihre einstige Heimat wieder zu sehen.

Wir bedanken uns für das sehr interessante Gespräch mit Hubert Heß und wünschen ihm und seiner Familie viel Glück und Gesundheit.

Großvater und Onkel von Hubert Heß vor dem 4 - Seiten - Hof
Die Grotte am Kohlbachshof